Konzeption des Zentrums für Neurowissenschaftliche Innovation und Technologie

Gründung – Ziele – Schwerpunkte – Maßnahmen

Das Zentrum für Neurowissenschaftliche Innovation und Technologie (ZENIT) wurde mit dem Ziel gegründet, den neurowissenschaftlichen Standort Magdeburg für einen Transfer seines Grundlagenwissens in verwertbare Produktentwicklung zu nutzen. Für das Land Sachsen-Anhalt ist durch ZENIT die Entwicklung zu erwarten, dass aus der Universität Impulse in die Wirtschaft Sachsen-Anhalts ausstrahlen, die langfristig zur industriellen Strukturentwicklung der Region einen wichtigen Beitrag leisten. ZENIT wurde als eine unabhängige Einrichtung der Universität zusammen mit einem kommunalen Träger gegründet, die sowohl an An-Institute, Industrie und auch an die Universität Forschungsflächen vermietet. Der interdisziplinär nutzbare Forschungsverfügungsbau verfügt über eine räumliche und gerätetechnische Basis zur Realisierung von Drittmittel- und Industrie geförderten Forschungsvorhaben.
Im ZENIT ist sowohl medizinische als auch medizin-technische Forschung mit dem Ziel der Innovation und Technologieentwicklung angesiedelt. Die wichtigsten neurowissenschaftlichen Themen von ZENIT sind die Neuropharmakologie, die Neuromedizinische Technik und die angewandte Neuroinformatik. Innerhalb des ZENIT werden medizintechnologisch orientierte Unternehmen (z.B. Pharmaindustrie, medizinischer Gerätebau etc.) Arbeitsgruppen einrichten, die konkrete und definierte Forschungs- und Entwicklungsvorhaben eigenständig oder in Kooperation mit der Medizinischen Fakultät realisieren wollen. ZENIT hat auch die Voraussetzungen für Unternehmensgründungen geschaffen, die aus der Universität selbst entstanden sind („start-up“-Unternehmen).

ZENIT vermietet Forschungsflächen an Unternehmen aus dem Bereich der Neurowissenschaften und der Medizintechnik.

Im Einzelnen sind die folgenden wissenschaftlichen Bereiche zentraler Schwerpunkt:

Neuropharmakologie    

Arzneimittel-Trägersysteme zur kontinuierlichen Langzeitabgabe von Medikamenten
Arzneimittel-Entwicklung
Neuroprotektiva-Entwicklung
Neuroendokrinologie

Neuromedizinische Technik

Neurocontrol
Neuronale Computer
Biosensoren
Mikrosystemtechnik
Innenohrimplantate und Hörgeräte
Periphere Nervenregeneration
EEG Expertensysteme und Bildgebung
Entwicklung einer Strahlentherapieeinheit für geladene Teilchen
Bildgebung am Therapiestrahl
Biokompatibilität

Angewandte Neuroinformatik

Bildgebende Verfahren
Computergestützte neuropsychologische Diagnostik und Rehabilitation
Computergraphik
Erkenntnisbasierte Bildauswertung mit der Fuzzy-Logik
Bildgebende Verfahren
Medizinische Daten- und Signalverarbeitung
Informationsverarbeitung mit künstlichen neuronalen Netzen

Die Ziele, die mit dem ZENIT-Projekt verfolgt werden, sind einerseits wissenschaftlicher, andererseits auch wirtschaftlicher Natur, und sie sollen den Standort Magdeburg insgesamt attraktiver gestalten und damit stärken.

Zusammengefaßt können folgende Ziele des ZENIT-Projekts formuliert werden:
Förderung des neurowissenschaftlichen Standortes Magdeburg
Entlastung von Engpässen an Forschungsflächen an der Medizinischen Fakultät
Förderung des anwendungsorientierten medizintechnischen und neurowissenschaftlichen Wissens und Personaltransfer in Sachsen-Anhalt (Technologie-Transfer)
Förderung der anwendungsorientierten und grundlagenorientierten Drittmittelforschung
Intensivierung der Kooperationen zwischen technischen und medizinischen Fächern
über die anwendungsnahe Forschung Förderung der Entwicklung von wirtschaftlich verwertbaren Produkten
Schaffung eines investitionsfreundlichen Forschungs- und Entwicklungsumfeldes
Förderung der Neugründung bzw. Ansiedlung von einschlägigen Unternehmen

Ziel des ZENIT ist insbesondere der Technologietransfer in den Neurowissenschaften, und zwar in beiden Richtungen: Einerseits wird das neurobiologische / neuropsychologische Wissen zur Entwicklung neuer Produkte führen (Beispiel: computergestützte Rehabilitation), andererseits werden aber auch gerade Neuerungen der medizin-technologischen Fächer die theoretischen und klinischen Neurowissenschaften befruchten (Beispiel: bildgebende Verfahren). Zur Realisierung dieser Zielvorstellungen müssen verschiedene Maßnahmen ergriffen werden. Zunächst muß sichergestellt werden, daß eine produktive Beziehung zwischen forschenden Hochschullehrern und Klinikern aufrechterhalten wird, damit durch ein verbessertes Verständnis neuartige, technologische Entwicklungen in den angewandten Neurowissenschaften erzielt werden können.

Folgende Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele wurden vorgenommen:
Etablierung und Stabilisierung der wissenschaftlichen Grundausstattungen auf hohem Niveau
a) für leistungsfähige Forschungsprojekte und
b) für zentrale Einrichtungen (siehe unten).
Zentrale, voll ausgestattete Bereitstellung von wissenschaftlichen Serviceeinrichtungen innerhalb von ZENIT wie z.B. Tierstall, leistungsfähiges Rechnernetz und Rechentechnik zur Informationsauswertung, Tierverhaltenslabor, Feinmechanik / Elektronikwerkstatt, etc.
Etablierung von privatrechtlichen Forschungs- GmbHs (An-Instituten) mit entsprechender wirtschaftlicher Unterstützung mit dem Ziel, durch privatrechtliche Voraussetzungen eine maximale Flexibilisierung und Wettbewerbsfähigkeit zu schaffen.
Schwerpunktmäßige Förderung der in ZENIT angegliederten Themen aus Landesmitteln sowie die Schaffung einer Infrastruktur zur verbesserten Einwerbung von Drittmitteln außerhalb des Landes Sachsen-Anhalt.
Konzentration auf anwendungsnahe, neurowissenschaftliche Forschung sowie auf anwendungsnahe medizin-technologische (Weiter-) Entwicklung.

Die Realisierung der wissenschaftlichen Zielsetzungen erfordert neben den wissenschaftlichen Voraussetzungen eine adäquate gebäudetechnische und gerätetechnische Ausstattung. An der Medizinischen Fakultät besteht derzeit ein erheblicher Mangel an Forschungsfläche, teilweise ebenso an Forschungs unterstützenden Serviceinrichtungen. Um das Projektziel im Verbund mit den technischen Fakultäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und der Industrie zu realisieren, werden am ZENIT die entsprechenden Voraussetzungen in hoher Qualität geschaffen. Die Einbeziehung der technischen Fächer ist dabei eine sinnvolle Ergänzung und schafft die Voraussetzung für neue Lösungen und Produktentwicklungen.